Gaudium Christianum

Anlässlich des 100. Reformationsjubiläums wurden in den protestantischen Gebieten des deutschen Reiches Festgottesdienste gehalten. Das war besonders wichtig, da sowohl die katholische Kirche, als auch der Calvinismus weiteren Raum gewannen. Große Festmusiken wurden von den wichtigsten Musikern der Zeit dafür komponiert.

Jedoch ist die einzige geschlossene und vollständig erhaltene Komposition zum Reformationsjubiläum 1617 das sechsteilige »Gaudium Christianum« des Kantors und Pfarrers Michael Altenburg. Er wurde 1584 bei Erfurt geboren, studierte Theologie, war zunächst Kantor, später dann als Diakon und Pastor im Erfurter Umland tätig.

Altenburg kombinierte die wesentlichen Kompositionsstile seiner Zeit, vom einfachen Choralsatz bis zur vierchörigen Schreibweise. Durch das damals gebräuchliche Instrumentarium wie Zinken, Posaunen, Dulzian, Streicher, Chitarrone und Orgel, die sich in verschiedensten Kombinationen mit Gesangssolisten und Chor abwechseln, erzeugte er unterschiedlichste Klangfarben.

Monumentalität erreichte er durch die Verwendung von Trompeten und Pauken, die sonst fürstlichen Kapellen vorbehalten waren.

Unter dem Titel »Lutherisches Jubelgeschrey« werden in Lampertheim neben Altenburgs Werk noch weitere, klanglich opulente Kompositionen von Samuel Scheidt und Michael Prätorius zu hören sein. 400 Jahre später – 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag – können wir uns musikalisch in die damalige historische Situation hineinversetzen lassen.

Das Rosenmüller Ensemble ist als Spezialensemble für die Musik des 17. Jh. bekannt. Mit seinen historischen Instrumenten, den Solisten und der Dekanatskantorei Ried nimmt es uns mit auf die Reise in eine bewegte Zeit.

 

Herzliche Einladung zu diesem spannenden Konzertereignis!