Stellvertretend für die Gemeinde hat Pfarrerin Sauerwein Gottesdienst in der Domkirche gehalten. Sie schreibt dazu:

„Quasimodogeniti“ – „wie die neugeborenen Kindlein“: Diesen altertümlich anmutenden lateinischen Namen trägt der heutige Sonntag.
In unserer Domkirche hätten wir heute einen Taufgottesdienst gefeiert, sechs Babys/Kleinkinder waren zur Taufe angemeldet. Wuselig, und fröhlich wäre der Gottesdienst gewesen – und mit einer ganz anderen Lautstärke gefeiert worden als die stille stellvertretende Andacht, die wir zu dritt gehalten haben.

Im Evangelium des heutigen Sonntags wird vom Jünger Thomas erzählt, der nur an die Auferstehung glauben wollte, wenn er zuvor die Wundmale Jesus berühren könne. „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“, antwortet Jesus dem Thomas.

Die Sehnsucht der Menschen nach dem Gottesdienst ist groß, von Sonntag zu Sonntag werden es mehr und mehr Fürbitten, die in der Fürbittenbox am Eingang der Kirche eingeworfen werden. Es ist berührend, die Gebete stellvertretend zu beten. Es sind Gebete von großer Ehrlichkeit, die auch Zweifel und Verzweiflung nicht aussparen. Auch unserem Glauben sind Zweifel ja nicht fremd. In den Gebeten kommt aber auch ein berührendes Gottvertrauen zum Ausdruck und die tiefe Bitte, dass wir gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.

Vielleicht können wir uns ja schon an diesem Sonntag ein wenig „wie neugeboren fühlen“: neugeboren in der Hoffnung auf Jesus Christus, der auch da mitten unter uns ist, wo wir ihn nicht sehen.

Übrigens sind in unserer Fürbittenbox nicht zuletzt auch immer wieder Gebete von Kindern, die dafür beten, dass der Kindergarten und – man höre und staune! – hoffentlich auch die Schule bald wieder losgeht.