Auch heute morgen haben wir zu dritt einen stellvertretenden Gottesdienst in unserer Domkirche gefeiert. Schon der Weg zur Kirche auf den fast menschenleeren Straßen fühlt sich unwirklich an – und doch gibt es Begegnung. Ich habe mir am Wegekreuz vor der Andreas Kirche einen geweihten Palmzweig geholt, eine junge Frau aus der Gemeinde mit ihren beiden Kindern getroffen und im Sicherheitsabstand ein wenig geplaudert. Pfarrer Christian Rauch von St. Andreas und ich konnten uns auf Entfernung einen guten Morgen wünschen und als ich unsere kleine Andacht begann, habe ich den Palmzweig auf den Altar gelegt zum Zeichen unserer geschwisterlichen Verbundenheit in Lampertheim und überall auf der Welt. Auch die Fürbitten, die wir aus unserer Fürbitten-Box entnommen hatten, haben über die Distanz und die verschlossene Kirchentür Begegnung geschaffen. Es waren Dankgebete dabei, weil es uns hier in Deutschland verhältnismäßig gut geht, es waren Fürbitten für die Familie und die Pflegekräfte dabei, es gab Gebete älterer Menschen und auch von Kindern. Ich bin mir sicher, auch heute haben wir die Möglichkeit, Gott zu begegnen, wenn wir seiner lebensschaffenden Kraft unser Herz öffnen und die kleinen Begegnungen wertschätzen. Über wie viele Menschen in Bedrängnis und Not hat Christus schon seine schützenden Arme ausgebreitet. Palmsonntag und die kommenden Tage bis hin zum Karfreitag erinnern gerade in diesem Jahr daran, dass Christus kein Leid und keine Tränen fremd sind. (Pfarrerin Sabine Sauerwein)